Privater Browser-zu-Browser-Transfer
Dateien übertragen, ohne sie in einer Cloud zu speichern
LanCopy ist kein Upload-und-später-Download-Dienst. Beide Geräte sind gleichzeitig verbunden und tauschen die ausgewählten Dateien in Echtzeit aus. Ein kleiner Server hilft beim Finden und Verbinden der Browser, erhält aber keine entschlüsselbaren Datei- oder Chatinhalte und dient nicht als Cloud-Ablage.
LanCopy öffnenDirekter Transfer statt Upload-Link
Bei einem klassischen Cloud-Dienst lädt der Sender eine vollständige Kopie hoch. Der Empfänger ruft sie später über einen Link ab und der Anbieter muss sie mindestens vorübergehend speichern. LanCopy verwendet ein anderes Modell: Sender und Empfänger haben die Seite gleichzeitig geöffnet und die Datei wird während der aktiven Verbindung übertragen.
Das bedeutet auch: Schließt der Sender den Tab oder verliert ein Gerät die Verbindung, liegt keine fertige Kopie auf einem LanCopy-Server bereit. Der Transfer muss bei Bedarf erneut gestartet werden. LanCopy ist deshalb eine Echtzeitübertragung und kein dauerhafter Download-Link.
P2P-Dateiübertragung mit WebRTC
WebRTC ist die Browsertechnik, mit der LanCopy einen Datenkanal zwischen zwei Geräten aufbaut. Ein Signalisierungsdienst tauscht dafür kurzzeitig Beschreibungen und Verbindungskandidaten aus. Der Browser kontaktiert außerdem einen konfigurierten STUN-Dienst, damit er verwendbare Netzwerkadressen für den direkten Aufbau ermitteln kann.
Im selben erreichbaren LAN bevorzugt WebRTC normalerweise einen lokalen Pfad. Eine direkte Verbindung über das Internet kann mit einem privaten Code ebenfalls möglich sein. Die aktuelle Shared-Hosting-Ausgabe betreibt jedoch keinen TURN-Relay; in restriktiven Unternehmensnetzen, bei symmetrischem NAT oder bestimmten Mobilfunknetzen kann der Aufbau daher scheitern.
Was die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt
WebRTC verschlüsselt seinen Transport bereits. LanCopy legt zusätzlich eine eigene Anwendungsschicht darüber. Beide Browser erzeugen für jede Verbindung frische Schlüsseldaten und leiten getrennte AES-256-GCM-Schlüssel für Steuerungsnachrichten und Datei-Chunks ab.
Verschlüsselt werden Chattext, Dateiinhalt, Dateiname, Größe, Medientyp, Gruppeninformationen sowie Annahme und Ablehnung. Manipulierte oder wiederholte verschlüsselte Nachrichten werden abgelehnt. Die flüchtigen Sitzungsschlüssel verbleiben im Arbeitsspeicher der Browser und werden nicht als Kontoschlüssel auf dem Server hinterlegt.
Was der Vermittlungsserver kurzzeitig wissen kann
Für Geräteerkennung, Missbrauchsschutz und WebRTC-Aufbau verarbeitet der Dienst technisch notwendige Angaben: die anfragende Netzwerkadresse, den gewählten Anzeigenamen, eine zufällige Browsersitzungskennung, die vorübergehende Netzwerk- oder Raumzuordnung und WebRTC-Signalisierungsdaten. ICE-Kandidaten können vom Browser bereitgestellte Adressen oder mDNS-Namen enthalten.
Die LanCopy-Anwendung speichert keine Dateien, Dateinamen oder Chatverläufe. Inaktive Geräte verschwinden nach ungefähr 60 Sekunden; zugestellte Signale werden beim folgenden Abruf entfernt und nicht abgeholte Signale spätestens nach fünf Minuten. Der Hosting-Anbieter kann außerhalb der Anwendung übliche Zugriffs-, Sicherheits- oder Backup-Logs nach seinen eigenen Regeln führen.
Verschlüsselung und Identitätsprüfung sind nicht dasselbe
Ein sicherer Einladungslink trägt hinter dem #-Zeichen ein zufälliges Geheimnis. Browser senden dieses URL-Fragment bei normalen HTTP-Anfragen nicht an den Webserver. LanCopy bindet es in den Schlüsselaustausch ein, damit beide Browser den Besitz desselben Einladungsgeheimnisses nachweisen können.
Bei einer automatisch gefundenen LAN-Verbindung bleiben die Inhalte verschlüsselt, die Identität ist ohne gemeinsamen Einladungslink aber zunächst ungeprüft. Für vertrauliche Dateien solltest du den 16-stelligen Sicherheitscode auf beiden Geräten vergleichen. Kompromittierte Endgeräte, bösartige Browser-Erweiterungen oder bereits vor der Auslieferung verändertes JavaScript liegen außerhalb dieses Schutzes.
FAQ
Häufige Fragen
Kann der LanCopy-Server den Dateinamen sehen?
Nicht im Nutzdatenkanal. Dateiname, Größe, Medientyp und Dateiinhalt werden von der zusätzlichen Anwendungsschicht verschlüsselt. Der Server verarbeitet lediglich die kurzlebigen Angaben, die für Gerätevermittlung und WebRTC-Aufbau nötig sind.
Ist „ohne Cloud“ dasselbe wie „ohne Server“?
Nein. LanCopy benötigt einen Web- und Vermittlungsdienst, speichert dort aber keine zu übertragenden Dateien. Die Formulierung beschreibt fehlende Dateiablage, nicht die vollständige Abwesenheit von Infrastruktur.
Ist HTTPS bereits Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?
HTTPS schützt die Verbindung zwischen Browser und Webserver. Die zusätzliche E2E-Schicht von LanCopy schützt die Nutzdaten zwischen den beteiligten Browser-Sitzungen, sodass der Vermittlungsserver sie nicht entschlüsseln kann.
Speichert LanCopy meine IP-Adresse?
Die PHP-Anwendung speichert für Gruppierung und Limits keine rohe IP in ihrer Datenbank, sondern installationsgebundene HMAC-Werte. Netzwerkadresse und Zeitpunkt können unabhängig davon in normalen Logs des Hosting-Anbieters erscheinen.
Kann ein Netzwerkbetreiber trotzdem etwas erkennen?
Er kann Verbindungsziele, Zeitpunkte und Größen verschlüsselter Datenpakete beobachten, aber nicht den durch LanCopy verschlüsselten Datei- oder Chatinhalt. Ein STUN- oder möglicher Relay-Dienst sieht außerdem die für seine Aufgabe nötige Netzwerkadresse.
Bereit für die direkte Übertragung?
Öffne LanCopy auf den beteiligten Geräten, gib ihnen eindeutige Namen und wähle anschließend das Zielgerät aus.